Pickel nach innen geplatzt: Ursachen, Risiken & Behandlung
Pickel sind für viele Menschen ein alltägliches Ärgernis. Besonders unangenehm wird es, wenn ein Pickel nach innen platzt – also nicht wie gewöhnlich nach außen, sondern in die Tiefe der Haut. Dieses Phänomen kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern birgt auch gesundheitliche Risiken.
In diesem Artikel erfährst du, was genau passiert, wenn ein Pickel nach innen aufplatzt, welche Ursachen und Gefahren damit verbunden sind und wie du richtig darauf reagierst. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du solche Situationen in Zukunft vermeiden kannst.
Grundlegende Informationen
Normalerweise entstehen Pickel, wenn Talgdrüsen verstopfen und sich Bakterien vermehren. Der Körper reagiert mit einer Entzündung, die sich als rote, mit Eiter gefüllte Erhebung zeigt. Wird ein solcher Pickel ausgedrückt, entleert sich der Inhalt meist nach außen. Manchmal jedoch platzt ein Pickel nach innen – das heißt, der Eiter und die Entzündungsflüssigkeit gelangen nicht an die Hautoberfläche, sondern verteilen sich in das umliegende Gewebe.
Das kann passieren, wenn man zu stark drückt, an tiefen, unterirdischen Pickeln herumdrückt oder die Haut besonders dick ist!
Ursachen: Warum platzen Pickel nach innen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Pickel nach innen platzen kann:
1. Zu frühes Ausdrücken
Viele Menschen drücken Pickel zu früh aus, wenn sie noch nicht „reif“ sind. Der Druck kann dazu führen, dass die Wand des Pickels nach innen reißt.
2. Falsche Technik
Wer mit den Fingernägeln oder spitzen Gegenständen arbeitet, verteilt den Druck oft ungleichmäßig. Dadurch wird das Gewebe rund um den Pickel verletzt und der Inhalt kann nach innen gedrückt werden.
3. Tiefliegende Pickel (Zysten, Knoten)
Manche Pickel sitzen tief in der Haut (z. B. bei Akne cystica). Diese sind besonders anfällig dafür, nach innen zu platzen, weil der Weg nach außen länger ist.
4. Dicke oder verhornte Haut
Bei Menschen mit sehr dicker oder verhornter Haut kann sich der Pickelinhalt schwerer nach außen entleeren und platzt daher leichter nach innen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Ein nach innen geplatzter Pickel ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch ernsthafte Folgen haben:
- Stärkere Entzündung: Der Eiter enthält Bakterien und abgestorbene Zellen. Gelangt er ins umliegende Gewebe, kann die Entzündung sich ausbreiten und verstärken
- Abszessbildung: Bleibt das entzündliche Material im Gewebe, kann sich ein Abszess bilden – eine abgekapselte Eiteransammlung, die oft nur medizinisch behandelt werden kann
- Narbenbildung: Starke Entzündungen oder Abszesse erhöhen das Risiko für dauerhafte Narben
- Infektionsgefahr: In seltenen Fällen können Bakterien über die Blutbahn in andere Körperregionen gelangen und dort Infektionen verursachen (z. B. Blutvergiftung/Sepsis)
- Schmerzen und Schwellungen: Ein nach innen geplatzter Pickel ist meist deutlich schmerzhafter und schwillt stärker an als ein gewöhnlicher Pickel
Was tun, wenn ein Pickel nach innen geplatzt ist?
Wenn du vermutest, dass ein Pickel nach innen geplatzt ist, solltest du besonnen und vorsichtig reagieren. Hier die wichtigsten Schritte:
- Ruhe bewahren: Auch wenn es unangenehm ist – vermeide es, weiter an der Stelle herumzudrücken oder zu kratzen.
- Desinfizieren: Reinige die betroffene Stelle vorsichtig mit einem milden Desinfektionsmittel. So verhinderst du, dass weitere Bakterien eindringen.
- Kühlen: Ein sauberes, kühles Tuch oder ein Kühlpad kann helfen, Schwellung und Schmerzen zu lindern.
- Keine Hausmittel wie Zahnpasta oder aggressive Cremes: Solche Mittel können die Haut zusätzlich reizen und die Entzündung verschlimmern.
- Beobachten: Achte darauf, ob sich die Stelle verschlimmert, stark anschwillt, pocht oder du Fieber bekommst. Das sind Warnzeichen für eine ernsthafte Infektion.
- Arztbesuch: Wenn die Entzündung nicht abklingt, sich ein harter Knoten oder starker Schmerz entwickelt oder du dich allgemein unwohl fühlst, solltest du einen Hautarzt aufsuchen. Besonders im Gesicht (z. B. Nasenbereich) ist Vorsicht geboten, da Infektionen hier gefährlich werden können.
Behandlung durch den Arzt

Wenn die Entzündung nach einem nach innen geplatzten Pickel besonders stark ist oder sich ein Abszess gebildet hat, solltest du unbedingt einen Hautarzt aufsuchen. Der Arzt kann die Schwere der Entzündung fachgerecht einschätzen und eine passende Behandlung einleiten. Häufig wird bei einem Abszess die Eiteransammlung unter sterilen Bedingungen eröffnet und entleert, um den Druck zu nehmen und die Heilung zu fördern.
In vielen Fällen verschreibt der Arzt zusätzlich entzündungshemmende oder antibakterielle Salben, die direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Bei ausgedehnten oder sehr starken Entzündungen kann es notwendig sein, Antibiotika einzunehmen – entweder in Form von Cremes oder als Tabletten. Wer regelmäßig Probleme mit tiefen, schmerzhaften Pickeln hat, sollte eine gezielte Aknetherapie in Erwägung ziehen.
Hierbei kann der Dermatologe individuell abgestimmte Maßnahmen vorschlagen, um das Hautbild nachhaltig zu verbessern und weiteren Komplikationen vorzubeugen.
Wie kann man verhindern, dass Pickel nach innen platzen?
Vorbeugung ist der beste Weg, um Komplikationen zu vermeiden. Hier einige Tipps:
- Geduld haben: Pickel nicht zu früh ausdrücken. Warte, bis sie eine sichtbare Öffnung und einen „weißen Kopf“ haben
- Hygiene beachten: Vor dem Berühren des Gesichts immer Hände waschen. Am besten gar nicht erst an Pickeln herumdrücken
- Richtige Ausdrücktechnik: Wenn du einen Pickel ausdrücken möchtest, nutze ein sauberes Kosmetiktuch und drücke sanft von den Seiten. Noch besser: Lass es von einer Kosmetikerin oder einem Dermatologen machen
- Hautpflege: Regelmäßige Reinigung und milde Peelings helfen, verstopfte Poren zu vermeiden
- Nicht an unterirdischen Pickeln manipulieren: Tiefliegende Pickel sollten nicht ausgedrückt werden, da sie besonders gefährdet sind, nach innen zu platzen
- Professionelle Hilfe: Bei starker Akne oder häufigen Problemen mit entzündeten Pickeln lohnt sich ein Besuch beim Hautarzt
Fazit
Ein nach innen geplatzter Pickel ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos, wenn du richtig darauf reagierst. Wichtig ist, die Entzündung nicht zu verschlimmern, auf Hygiene zu achten und Warnzeichen ernst zu nehmen. Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege kannst du das Risiko für Komplikationen deutlich senken. Solltest du unsicher sein oder die Beschwerden zunehmen, ist ein Arztbesuch immer die beste Wahl.